In den letzten Jahren sind Medikamente wie Bisphosphonate und Denosumab zu einem wichtigen Bestandteil in der Behandlung verschiedener Knochenerkrankungen geworden. Gleichzeitig stellen sich immer mehr Patientinnen und Patienten die Frage nach möglichen Nebenwirkungen – insbesondere dem Risiko einer sogenannten Kieferosteonekrose.

Was sind Bisphosphonate und Denosumab?
Diese Medikamente werden in zwei Hauptbereichen eingesetzt:
1. Stoffwechselerkrankungen des Knochens
- Osteoporose
- Osteopenie (in ausgewählten Fällen)
2. Onkologische Patientinnen und Patienten
Sie werden häufig eingesetzt, um Knochenmetastasen zu verhindern und zu kontrollieren, insbesondere bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Multiplem Myelom.

Was ist eine Kieferosteonekrose?
Dabei handelt es sich um eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung, bei der ein Teil des Kieferknochens nicht richtig heilt – häufig nach einem Trauma oder einem zahnärztlichen Eingriff.
Mögliche Anzeichen sind:
- Schmerzen
- Freiliegender Knochen
- Lokale Infektionen
- Verzögerte Wundheilung
Wie hoch ist das Risiko?
Das Risiko hängt von mehreren Faktoren ab:
- Art der Verabreichung
- Dosierung
- Dauer und Intensität der Therapie
Bei Osteoporose ist generell ziemlich gering, bei onkologischen Patientinnen und Patienten hingegen erhöht.

Welche zahnmedizinischen Situationen erhöhen das Risiko?
- Zahnextraktionen
- Oralchirurgische Eingriffe
- Infektionen
- Abszesse
- Parodontitis
- Schleimhautreizungen
- Schlecht sitzende Prothesen
- Schlechte Mundhygiene

Sollte man die Therapie beginnen?
Diese Entscheidung sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen werden.
- Bei hohem Frakturrisiko → Therapie in der Regel sinnvoll
- Bei grenzwertigen Situationen (Osteopenie) → sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig
Wichtig: Eine Therapie sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache abgebrochen oder vermieden werden.
Ist eine zahnärztliche Kontrolle notwendig?
Eine zahnärztliche Untersuchung vor Beginn der Therapie ist wichtig und ermöglicht:
- das Erkennen von Infektionen oder Problemen
- notwendige Behandlungen im Vorfeld durchzuführen
- das Risiko von Komplikationen deutlich zu reduzieren
In der Praxis wird Patientinnen und Patienten häufig von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt empfohlen, vor Therapiebeginn eine zahnärztliche Kontrolle durchführen zu lassen, auch wenn diese Vorgehensweise noch nicht offiziell und systematisch von den Krankenkassen anerkannt oder übernommen wird.
Zahnärztliche Kontrollen während der Therapie
Regelmässige Zahnarztbesuche sind für alle Patientien (inkl. Zahnlose Patienten die totalprothesen tragen) wichtig, um die Mundgesundheit zu erhalten und Infektionen vorzubeugen. Damit bleibt das Risiko einer Osteonekrose niedrig. Dazu kann man frühe Anzeichen einer Osteonekrose rechtzeitig erkennen und deren Schaden begrenzen.
Werden die zahnärztlichen Kosten von der Krankenkasse übernommen?
In der Schweiz gilt:
- Zahnärztliche Behandlungen werden in der Regel nicht von der Grundversicherung übernommen
- Ausnahmen bestehen bei bestimmten schweren systemischen Erkrankungen
Daher empfiehlt es sich:
- die eigene Versicherung zu kontaktieren
- eine allfällige Zusatzversicherung zu prüfen
Fazit
Bisphosphonate und Denosumab sind wichtige und oft notwendige Medikamente.
Das Risiko einer Kieferosteonekrose ist vorhanden, kann jedoch durch gezielte Massnahmen deutlich reduziert werden:
✔ Zahnärztliche Kontrolle vor Therapiebeginn
✔ Regelmässige Nachkontrollen
✔ Gute Mundhygiene
✔ Enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Zahnarzt
21.03.2026